Der R?uber
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Kontorowitsch Alexander

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Nach der Kampagne setzten sie uns in Autobusse und brachten uns in Begleitung des Sicherheitsdienstes zur"uck in die Stadt. Sie setzen uns am B"urogeb"aude ab… und waren auff"allig schnell verschwunden.

Seltsam war auch, dass die IT-Mitarbeiter und die Administratoren anfangs nicht mitfahren sollten, angeblich weil noch viel zu tun w"are. Es war aber zu einem unerwarteten Zwischenfall gekommen und der Chef des Sicherheitsdienstes wurde abberufen. Wir nutzten die Gelegenheit und stiegen in den Bus der Buchhalter, die niemand aufhielt. Unser Kleinbus blieb am Geb"audeeingang zur"uck.

Nach der Ankunft gingen wir wie gew"ohnlich in die Kneipe bzw. in das Kaffee, in dem wir in der Regel zu Mittag assen. Einige wollten aber auch gleich nach Hause, was verst"andlich war. Maschas Kater hatte wahrscheinlich seit Ewigkeiten keiner gef"uttert! Bei wem zu Hause niemand zu versorgen war, blieb im Kaffee. Wir schoben mehrere Tische zusammen und setzten uns. Erst da fiel uns auf, dass hier etwas nicht stimmte. Die Kellner hatten es nicht eilig, uns zu bedienen. Das war sonderbar, denn wir sind hier seit langem gern gesehene G"aste. Wir sind keine hergelaufenen Habenichtse, sondern geben stets grossz"ugig Trinkgeld. Aber es erschien kein Kellner, nur in der K"uche schepperten die Schr"anke.

„Hallo, ist hier "uberhaupt eine Menschenseele?“, ruft Pascha Galperin ungeduldig.

Da schaute einer aus der K"uche heraus und br"ullte:

„Was willst du?“ Das klingt alles andere als freundlich.

„Was zu essen, w"are nicht schlecht!“

„Dann geh und iss was“, zuckt das Gegen"uber mit den Schultern. „Warum schreist du hier herum?“

„Wo sind denn die Kellner?“

„Woher soll ich das wissen…“, antwortet der Unbekannte und verschwindet.

Was soll das heissen? Was ist denn hier los?

Die Suche blieb vergeblich. Das Personal war nicht aufzufinden. In den Wirtschaftsgeb"auden sahen wir zwei Typen, die uns unfreundliche Blicke zuwarfen. Angesichts unserer zahlenm"assigen "Uberlegenheit schwiegen sie aber und waren urpl"otzlich wie vom Erdboden verschluckt. Was geht hier eigentlich vor? Dieser Unsinn verdarb uns die Stimmung und an ein Kaffeekr"anzchen war nicht mehr zu denken. Jeder wollte nach Hause.

Nachdem ich eine halbe Stunde auf den Bus gewartet hatte, rief ich ein Taxi. Aber auch das ging schief. „Leider ist Ihr Gespr"achspartner nicht erreichbar.“ Das kann vorkommen, aber das gleich alle Taxiunternehmen schweigen? Zum Teufel mit ihnen, Fussm"arsche sind gut f"ur die Gesundheit.

Der physischen Gesundheit hat der Spaziergang sicher nicht geschadet, im Gegensatz zur mentalen, die sich zusehends verschlechterte. In der Stadt herrschte ein ungesunder Tumult. Die Bewohner liefen durch die Strassen und hatten es eilig. Mir kam ein martialisch wirkender, aufgemotzter Jeep entgegen, der bis zum Dach mit Hausrat und Kram beladen war. Und ich hatte bereits mehrere dieser Fahrzeuge gesehen. Vor meinen Augen wurden sie mit allem beladen, was den Leuten in die H"ande geriet. Zimmerpflanzen und Waschmaschinen schleppte freilich niemand, andernfalls w"are anzunehmen gewesen, es sei Krieg ausgebrochen und die Evakuierung in vollem Gange. Wohin kann man heutzutage im Ernstfall schon fl"uchten? Vor den Raketen kann man nicht weglaufen.

Endlich erreiche ich mein Haus, ein Neubau mit sechs Stockwerken und moderner Ausstattung. Schliesslich "uberweise ich nicht umsonst monatlich einen stattlichen Geldbetrag auf das Konto der Tar-Bank. Der Fahrstuhl funktionierte und ich gelangte problemlos in mein drittes Stockwerk. Ich schloss die T"ur auf, liess mich auf das Sofa fallen und rief: „Fernsehen!“ Ich bin Programmierer, die Hauselektronik h"ort bei mir aufs Wort. Es klickt in den Lautsprechern und der Fernseher schaltet sich ein. Her mit den Neuigkeiten! Mein h"ausliches System ist intelligent und feingetunt. Sofort werden mir die wichtigsten Neuigkeiten pr"asentiert! Und was f"ur welche!

Ich sass wie erstarrt vor dem Fernseher und lachte d"ummlich in mich hinein. Dabei gab es nichts zu lachen und schon gar keinen Anlass zur Freude. Ich weigerte mich hartn"ackig, eins und eins zusammenzuz"ahlen und der Wahrheit n"uchtern ins Auge zu schauen.

W"ahrend wir im B"uro bei der Inventur sassen, hatten sich in der Stadt in unserer Abwesenheit erstaunliche Dinge zugetragen. Die Strafverfolgungsbeh"orden hatten Razzien bei den Gesch"aftsf"uhrungen vieler Betriebe und Unternehmen durchgef"uhrt. Wir, also unsere Holding, war dabei besonders h"aufig ins Visier geraten. Viele Manager der obersten F"uhrungsebene und eine Reihe von Abteilungsleitern hatten „schlagartig“ das Land verlassen. Gl"ucklicherweise ist die Grenze heute kein eiserner Vorhang mehr. Ihrem Beispiel folgend, lief der Rest der Belegschaft davon. Im Suff?

Na sch"on, die Top-Gesch"aftsf"uhrung. Die hat im Allgemeinen immer etwas verbrochen. Das Business ist heute manchmal schwierig und kann schnell mit gewissen Straftaten verwechselt werden, in erster Linie in Steuerfragen. Da sieht es ganz schlecht aus. Es heisst, das Risiko bei einem Mord ist heutzutage geringer als das Risiko bei einer Steuerhinterziehung, denn der Mord muss bewiesen werden. Die Steuerbeh"orden sperren dagegen deine Konten ohne jeden Beweis und du hast den schwarzen Peter. Mit anderen Worten, das Verhalten der F"uhrungskr"afte kann man nachvollziehen. Wer m"ochte schon gern sein gem"utliches Eigenheim gegen eine Zelle in U-Haft eintauschen. So heisst doch das Untersuchungsgef"angnis jetzt, oder? Vielleicht passiert das alles ja gar nicht hier bei uns?

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